Morgen, Kinder, wird’s was geben!

Morgen, Kinder, wird’s was geben!

Alle Jahre wieder: In der Einkaufsstraße blinken bunte Lichter in den Schaufenstern, die Preisschilder werben mit unglaublichen Rabatten, künstlicher Pulverschnee bedeckt die ausgelegte Ware und verbreitet winterliche Stimmung. Von einstmals besinnlicher Weihnachtsmusik beschallt, drängen und drängeln hektische Schnäppchenjäger durch die Läden und erschlagen sich gegenseitig mit ihren prall gefüllten Plastiktaschen. Weihnachten, das Fest der Hiebe…

Ist dieser Shopping-Exzess der Sinn von Weihnachten?

„Natürlich nicht!“, denkst Du entrüstet und ein wenig ertappt, weil auch Du deine Nase bereits an den Schaufensterscheiben platt gedrückt und wieder einmal mehr gekauft hast, als Du dir ursprünglich vorgenommen hattest. Als Kind habe ich von diesem Stress, den meine Mutter wohl hatte, nicht viel mitbekommen. Ich erinnere mich ans Plätzchen backen, an Kerzenschein, Schnee und die Lieder von Rolf Zuckowski. In die Kirche sind wir Heilig Abend auch gegangen, so dass ich schon früh den christlichen Hintergrund dieses Festes verstanden habe.

Als ich alt genug war, um zu wissen, woher die Päckchen unter dem Weihnachtsbaum wirklich kamen, freute ich mich zunächst sehr darauf, meine Lieben nun selber beschenken zu dürfen. Aus diesem „dürfen“ wurde bald ein „müssen“, denn sich jedes Jahr die super-duper-Überraschung auszudenken, über die sich der Beschenkte auch garantiert freut, ist schwierig. Da ist man für jeden Tipp dankbar, selbst wenn sich auf dem Wunschzettel ein fliegendes Einhorn oder ein Piratenschiff finden. Klar, die Fantasie der Kinder ist unendlich. Doch Grenzen sind wichtig und wenige, gut ausgesuchte Geschenke, die den Interessen des Kindes entsprechen, können Kinder nachhaltig fesseln. Versuche doch selber einmal, Dich an die Weihnachtsgeschenke zu erinnern, die Du als Kind bekommen hast. Einen Großteil davon hast Du sicher vergessen, aber da gab es dieses eine besondere Geschenk, dessen Anblick in buntem Papier unter der grünen Tanne Dich noch heute kribbelig vor Freude macht.

Diese Freude – das ist Weihnachten!

Wie Du dafür sorgen kannst, dass auch Anderen weihnachtlich-wohl ums Herz wird? Beschenke nicht nur deine Familie, sondern engagiere Dich in dieser Zeit auch sozial: Projekte und Aktionen wie „Weihnachten im Schuhkarton“ oder die inzwischen in vielen Städten zu findenden Wunschbäume, an die Kinder aus ärmeren Haushalten ihre Wunschzettel hängen dürfen, bieten eine schöne Gelegenheit, mit nicht mehr benötigtem Spielzeug Freude weiterzugeben und gleichzeitig Platz für die neuen Weihnachtsgeschenke zu schaffen. Beziehe deine Kinder aber unbedingt mit ein! Sprich mit ihnen darüber, wie diese Geschenke ärmeren Kindern helfen, und lass sie selber die Dinge aussuchen, die sie nicht mehr nutzen oder brauchen. So könnt ihr neben der Lernerfahrung, die deine Kinder sammeln, gleichzeitig ein neues Familienritual aufbauen.


Bildnachweise:
https://www.flickr.com/photos/thomasrousing/16009807812/
https://www.flickr.com/photos/aperture_lag/6547541237/

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