Ab in die Kostüme, liebe Narren!

Ab in die Kostüme, liebe Narren!

Jetzt geht die fünfte Jahreszeit wieder los. Während wir uns in unsere Kostüme geworfen und die Glitzerschminke aufgetragen haben, haben wir uns gefragt, woher dieser Brauch eigentlich kommt.

Karneval im Laufe der Zeit

Das Karnevalsfest oder zumindest seine Vorläufer, d.h. Feste, die diesem ähnlich waren, wurden bereits 3.000 v.Chr. in Mesopotamien gefeiert. Damals wurde zum Jahreswechsel symbolisch die Hochzeit eines Gottes gefeiert, wobei Sklaven und ihre Herren im Rahmen der Feierlichkeiten gleichgestellt waren. Dieses Gleichheitsprinzip ist bis heute ein charakteristisches Merkmal der Faschingszeit geblieben.

In Europa hielt man im 16. Jahrhundert im ersten Monat des neuen Jahres Narrenfeste ab, bei denen kirchliche Rituale parodiert wurden, z.B. Pseudopäpste und Kinderbischöfe ernannt wurden.

In der heutigen Karnevalshochburg Köln findet sich im sogenannten „Eidbuch“ der Stadt zum ersten Mal im März 1341 das Wort „Fastelovend“. Doch das Verhältnis zur beliebtesten Zeit des Jahres war zunächst durchwachsen: Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte gab es immer wieder Verbote von Alkohol, dem Abhalten von den Zünften nicht genehmigter, geheimer Spiele und Tänze sowie ein generelles Verbot von Kostümen (Verbot der „Mummerei“). So wurde 1660 mit den „Funken“ eine Schutztruppe aufgebaut, die innerstädtisch für Ordnung sorgen sollte. Das war wohl die Geburtsstunde der Kölner Funken, deren rot-weiße bzw. blau-weiße Kostüme bis heute an die Uniformen vergangener Tage erinnern.

Im Mittelalter formte sich sogar die Bezeichnung „civitas diaboli“ (= Staat des Teufels), mit der man die oftmals ausartende Fastnacht betitelte. Die Kirche duldete die „schwer zu steuernden Exzessen“, denen sich die Bevölkerung – durch die Unkenntlichkeit in ihren Kostümen – hemmungslos hingab. Mit dem Ende der Narrentage am Aschermittwoch setzte sie ein didaktisches Beispiel dafür, dass Teufel und Mensch vergänglich seien und am Ende Gott über das Übel siege. Durch die im Anschluss beginnende sechswöchige Fastenzeit bis zum Osterfest sollte dies verdeutlicht werden.

Karneval heute

Schaut man sich die beliebtesten Kostüme in den Online-Shops an, so sind das bei Mädchen wie bei Jungen Figuren, die sie aus Film und Fernsehen kennen. Ganz hoch im Kurs stehen dabei natürlich Prinzessinnen, wie Elsa und Anna aus Walt Disneys Animationsfilmhit „Die Eiskönigin“ („Frozen“) und Laserschwert schwingende Jedi und Klonkrieger des Science Fiction Blockbusters „Star Wars“. Direkt danach folgen Kostüme zu Helden des Alltags, also Berufe wie Polizisten und Feuerwehrleute; aber auch imaginäre Helden aus Comicbüchern wie Superman oder Pippi Langstrumpf. Abenteuerliche Figuren aus der Welt des Wilden Westens und der Sieben Weltmeere scheinen über all die Jahre aber auch noch nichts von ihrer Faszination eingebüßt zu haben. So sind Cowboys, Indianer und Piraten nach wie vor häufig im bunten Treiben der Karnevalsfeiern anzutreffen, ebenso Tier-Kostüme und vereinzelt auch Clowns.

Spannend ist dabei auch, dass sich dies bei kleinen und großen Narren kaum unterscheidet. (Eine interessante Umfrage zum beliebtesten Karnevalskostüm findest Du auf http://de.statista.com/)

 

Wir rufen: Alaaf, Helau und Ahoi – ab in die Kostüme und los geht’s!


Bildnachweise:
https://www.flickr.com/photos/v230gh/16362540490/
https://www.flickr.com/photos/info-graz/16402229300/

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